Pros
- Kollegenzusammenhalt im Team (ohne Management) ist meist gut, weil alle im selben Druck stehen
- Moderne Technologien im Einsatz, theoretisch spannende Themenfelder
- Start-up-Umfeld kann kurzfristig Lernchancen bieten
Cons
- Struktur & Organisation: Es gibt keine klaren Verantwortlichkeiten, Rollen sind undefiniert, und Fehler werden nicht aufgearbeitet, sondern von Person zu Person weitergereicht. Dieselben Probleme treten immer wieder auf, ohne dass daraus gelernt wird. Statt Lösungen herrscht permanentes „Feuerlöschen“.
- Arbeitszeiten & Work-Life-Balance: Überstunden, Nachtarbeit, Wochenend- und Feiertagseinsätze sind Standard. Nicht, weil es so viele Aufträge gäbe, sondern weil das Management unfähig ist, realistisch zu planen. Keine offizielle Zeiterfassung, keine Kompensation, keine Rücksicht auf Privatleben – Mitarbeitende sind faktisch ständig verfügbar. Selbst während Ferien oder in der Nacht wird man kontaktiert. Eine Balance zwischen Arbeit und Freizeit ist unmöglich.
- Karriere & Entwicklung: Weiterbildungen, interne Entwicklungsmöglichkeiten oder Beförderungen werden regelmässig versprochen, aber nicht umgesetzt. Stattdessen werden Mitarbeitende in fachfremde, wenig qualifizierte Aufgaben gedrängt – teilweise dauerhaft. Wer für eine spezialisierte Position eingestellt wurde, arbeitet grösstenteils an repetitiven, fachfremden Tätigkeiten. Dadurch verliert man nicht nur Motivation, sondern auch Anschluss an seine eigentliche Profession.
- Vergütung & Benefits: Es werden immer wieder Gehaltserhöhungen, Aktienanteile oder andere Kompensationen angekündigt, die nicht realisiert werden. Bonus- oder Beteiligungsmodelle existieren faktisch nur auf dem Papier. Wer sich darauf verlässt, wird enttäuscht.
- Management & Kommunikation: Kommunikation im Management selbst funktioniert nicht. Führungskräfte erfahren wichtige Dinge über Mitarbeitende statt untereinander. Nach aussen werden Zahlen und Gewinne geschönt, intern werden Fehlinformationen verbreitet. Gegenüber dem Team wird regelmässig unrealistisches Wachstum, internationale Expansion oder grosse Neueinstellungen angekündigt – umgesetzt wurde davon praktisch nichts. Vertrauen in Aussagen des Managements existiert kaum.
- Kunden & Produktqualität: Qualität der Produkte ist mangelhaft. Hohe Ausschussquoten, fehlerhafte Teile und falsche Geometrien führen zu massiver Unzufriedenheit bei Kunden. Reklamationen werden nicht ernst genommen, sondern den Kunden angelastet. Bei Composite-Teilen werden z. B. Prüfberichte erstellt, bevor Nachbearbeitung abgeschlossen ist – das Endprodukt entspricht damit nicht der Qualität, die die Berichte suggerieren. Mehrfach wurden Teile mit Vakuum-Leaks ausgeliefert. Diese Fehler schaden nicht nur der Kundenzufriedenheit und Reputation, sondern auch massiv der Rentabilität.
- Führungskultur: Rein Top-Down, geprägt von Druck und unrealistischen Zielen. Transparenz fehlt völlig, Mitarbeitende werden nicht eingebunden. Statt klarer Planung herrschen widersprüchliche Botschaften: einerseits extreme Wachstumsträume, andererseits völlige Planlosigkeit im Tagesgeschäft. Entscheidungen des Managements bremsen Abläufe oft zusätzlich, weil sich die Führung in Produktionsprozesse einmischt, ohne über die nötige Erfahrung zu verfügen.
- Arbeitsumgebung & Sicherheit: In der Produktionshalle herrscht chaotische Unordnung mit ständigen Stolperfallen. Es gibt keine sauberen Prozesse für Arbeitssicherheit: Stapler werden von Mitarbeitenden ohne Ausweis gefahren, Sicherheitsschuhe sind nicht verpflichtend, das Management selbst lebt schlechte Beispiele vor. Es gibt keine Schulungen für Geräte oder Maschinen. Mehrere Arbeitsunfälle hätten durch einfache Standards verhindert werden können. Notfallpläne existieren faktisch nicht – niemand weiss, was bei Brand, Unfall oder Evakuierung zu tun wäre. Unter diesen Umständen wäre eine Kontrolle durch das Arbeitsinspektorat Zürich vermutlich sofort stilllegungswürdig.